7 Gründe, warum wir Listicles lieben

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Esther Murlasits

„Die 5 besten…“, „Die 7 schlimmsten…“, „Warum man niemals…“ und so weiter. Im Internet (und mittlerweile auch in Printmedien) stößt man heute unweigerlich auf Listicles. Die einen lieben sie, die anderen hassen sie. Aber eines ist jedenfalls gewiss: Sie fangen unsere Aufmerksamkeit wie kaum eine andere Textform! Oder um es mit den Worten des Forbes-Autors Steve Denning im Artikel „Five Reasons Why Millenials Love Listicles“ zu sagen: „Mit dem Tsunami an Informationen versucht unser Gehirn automatisch, diese zu sortieren und ihren Sinn zu erkennen. Deshalb werden wir von Listicles angezogen.“ Als passionierte Listenschreiberin möchte ich die Gründe, warum User Listen beziehungsweise Listicles lieben, natürlich auch entsprechend reihen…

1. Weil sie uns helfen, den Faden zu behalten

Dass die Online-Branche ein enormes Problem damit hat, die Aufmerksamkeit von Usern zu erregen, haben wir schon in einem früheren Blogpost thematisiert. Und es kommt noch schlimmer: Laut der Studie „Not Quite the Average: An Empirical Study of Web Use“ lesen die meisten User gerade einmal 28 Prozent aller Wörter einer Webseite (zu dieser Sorte User zählen Sie scheinbar nicht). In einer Umgebung, in der der User ständig unterbrochen und von anderen Webangeboten gelockt wird, helfen ihm Listen, den Faden wieder aufzunehmen und weiter zu lesen.

2. Es ist bequemer und angenehmer

Laut der Nielsen Norman Group lesen wir auf Computerbildschirmen um etwa 25 Prozent langsamer als auf Papier. Die Gefahr, abzubrechen, ist daher enorm hoch. Listen aber sind grafisch-visuell ansprechend, übersichtlich und daher leichter lesbar.

3. Das Lese-Erlebnis ist positiv

Das Lese-Erlebnis bei Listicles ist weitaus besser, als bei anderen Textformen: Information wird in kleinen „Appetithäppchen“ auf möglichst leicht lesbare Weise präsentiert. Der User wiederum muss sich nicht durch komplizierte Thematiken kämpfen und lernt trotzdem dazu. Und das Beste: Wird eine Liste zu Ende gelesen, werden wir – so zeigt es die Sozialpsychologie – sogar mit einem guten Gefühl belohnt. Also: Keep reading!

4. Listen stehen für Wettbewerb

Ob es nun das Ranking der besten Oscar-Filme, die heimischen Album- oder Downloadcharts sind: Mit Listen wird gleichzeitig das menschliche Bedürfnis nach Wettbewerb und Vergleichbarkeit gestillt. Auf einer Liste zu erscheinen, ist bereits ein Erfolg. Wer sie anführt, ist ein Siegertyp.

5. Sie unterhalten uns

Dass Listicles sehr user- und leserfreundlich sind, wissen wir ja bereits. Damit einher geht aber auch der Unterhaltungsfaktor dieser Textart: Denn vor allem wenn Aufzählungen nicht allzu ernst, sondern mit einer Prise Charme und Witz präsentiert werden, bringen sie uns zum Schmunzeln und zerstreuen uns. Eine willkommene Abwechslung im stressigen Arbeitsalltag, oder?

6. Nur wichtige Menschen schreiben Listen

Das Christkind, Knecht Ruprecht, die Griechen mit den sieben Weltwundern oder Moses mit den zehn Geboten… muss man noch mehr dazu sagen? 😉

7. Listicles fordern heraus

Lesen, nicken, zustimmen? Langweilig! Listicles werden mitunter auch deshalb gerne gelesen, weil man sie stetig erweitern kann. Sie können dazu dienen, den User zu Diskussionen und besseren Beispielen anzuspornen. Und einmal ehrlich: Wer gibt schon nicht gerne mal seinen sprichwörtlichen „Senf“ dazu? Also: Wenn Ihnen noch weitere Gründe einfallen, warum wir Listen und Listicles einfach gut finden, nur zu!